Emil Schumacher, ‘G - 104/1988’, 1988, Galerie Schlichtenmaier

Obwohl Emil Schumacher seine Arbeiten ungegenständlich anlegte und dem informellen Gestus freien Raum bot, kann der Betrachter figurative und landschaftliche Elemente sowie Imaginäres wie Erinnerungsmomente herauslesen. Der zeichenhafte Verlauf der dunklen, nahezu schwarzen Farbstrukturen lässt etwas Bewegtes oder sich Bewegendes vermuten: Wie ein Insekt windet sich mit der dichtesten Farbtextur etwas Wesenhaftes zwischen weißen Flecken hindurch, andere Farbspuren verweisen auf Geschehenes, während dünnere Striche kaum merklich auftauchen, als wollten sie sich zur Signatur formieren, die tatsächlich Gestalt annimmt am linken unteren Bildfeld. Auch die Andeutung des Blaus ganz oben legt eine Assoziation von Himmel oder Wasser nahe, die freilich nur in der Korrelation mit der sandfarbenen Grundierung aufkommen kann. Doch nie ist eine Assoziation so klar und konkret, dass sie Bestand hätte vor dem tiefgründigen und zugleich flüchtigen Zauber der abstrakten Bildharmonie.

Signature: signiert und datiert u. l.: Schumacher 88

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