Erich Hauser, ‘4/92’, 1992, Galerie Schlichtenmaier

Die Plastik »4/92« von Erich Hauser ist seinem Kunstverständnis der 1970er-Jahre verpflichtet. Aus der kristallin-gebrochenen Basis wachsen zwei parallele Achsen hervor, deren Spitzen dem Himmel entgegenstreben. Die Aufspaltung in geometrische Einzelformen führt jedoch nicht zu einer Zersplitterung der pyramidalen Grundstruktur. Dabei erinnert die prismatische Zerlegung des Körpers an den kubistischen Stil. Erich Hauser gelingt in seinen Plastiken allerdings mehr als eine bloße Übertragung dieser Formideale ins Skulpturale; vielmehr erscheinen seine von einem räumlichen Rhythmus getragene Flächenfiguren als eigenständige Weiterentwicklungen. Dabei erlaubt die neutrale Oberfläche, der polierte Stahl weist keinerlei Bearbeitungsspuren auf, dem Betrachter keine Ablenkung und konfrontiert ihn direkt mit der künstlerischen Absicht Hauser. Das Spiel von Licht und Schatten verleiht aber zugleich den massiven Stahlplatten Leichtigkeit und lässt das aus Dreiecken geformte Zentrum der Plastik »4/92« - ohne auf figurale Andeutungen zurückzugreifen - wie eine mineralisch gewachsene Struktur wirken.

Literatur: Erich Hauser Werkverzeichnis, Rottweil 2000. WV S. 214, 7/92 (Abb.)

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