Heinz Mack, ‘Großes Fenster’, 1999, Galerie Schlichtenmaier

Im Jahr 1991 malt Heinz Mack - zum ersten Mal seit Jahrzehnten - ein Leinwandgemälde. Formal nimmt er dabei seine farbchromatischen Arbeiten aus der ZERO-Phase wieder auf. Inspiriert von den Farblehren von Johann Wolfgang von Goethe und Johannes Itten vollzieht er die prismatische Aufspaltung des weißen Lichts - das auch bislang im Zentrum seiner künstlerischen Arbeiten stand - auf dem Bildträger nach. Abgestufte chromatische Flächen grenzen aneinander und erzeugen differenzierte Farbharmonien. Acht Jahre nach dieser programmatischen Hinwendung zur Farbmalerei entsteht die Arbeit »Großes Fenster«. Im Zentrum des Bildes schwebt, in einem rechteckigen Feld, ein blauer Farbdreiklang. Doch die chromatischen Abstufungen, die von Weitem klar differenziert erscheinen, verschwimmen von Nahem unter den Spuren des Farbauftrags. Trotz der stufenweißen Farbübergänge sind keine klaren Grenze zwischen den Farbflächen auszumachen. Um die blaue Fensterform legt sich ein polychromatisches Band, das in rhythmischen Intervallen die farblichen Abstufungen von orange über gelb und blau zu grün verfolgt. Dabei wirken die teils pastosen, teils durchscheinenden Farbwerte als immaterielle Kraft in den Raum hinaus. Die Wahrnehmung der besonderen Farb- und Lichtintensität bleibt so nicht auf die Optik beschränkt, sondern strahlt auf sämtliche Sinne aus. So macht das »Große Fenster« in eindrucksvoller Weise den von Mack proklamierten »Triumph der reinen Farbe, ihre alles erfüllende und umfassende Ausstrahlung, ihre unerhörte Freiheit und ihre volle, ungebrochene Sinnlichkeit« erfahrbar.

Signature: signiert und datiert u. r.: mack 99

About Heinz Mack

Heinz Mack lives and works in Dusseldorf, Germany, where he constantly experiments with the effects of light and color. Regarding light as his central artistic theme, Mack works across many mediums—painting, sculpture, drawing, ceramics, and interiors—which use light to explore reflection, movement, and structure. Mack studied painting at the Dusseldorf Academy of Arts and received his philosophy degree from Cologne University in 1956; shortly after, he co-founded Group Zero—embracing a clean slate approach to design—alongside Otto Piene. In his early work, Mack created monochrome paintings of black or white parallel lines, followed by explorations of luminosity and movement through light reliefs and light cubes made of polished aluminum. In large-scale, environmental works, Mack has created light rotors, pillars, and columns, such as the columns he placed in the Sahara desert or his “light-and-movement” room for Berlin’s 1970 German Industrial Exhibition.

German, b. 1931, Lollar, Germany

Solo Shows

2016
ARNDT, 
Singapore,
Mack: Review and Outlook | A Special Selection

Group Shows

2016
London,
Checkmate. Games of International Art from the Sixties to Now
2016
2015
ARNDT, 
Singapore,
View Artist's CV