Julius Bissier, ‘19. III. 56’, 1956, Galerie Schlichtenmaier

Die aus Farbpigmenten, Mohnöl und Eiweiß bestehende Eiöltempera-Arbeit »24. November 1963« gehört zu den Höhepunkten im künstlerischen Schaffen von Julius Bissier. Zu sehen sind verschiedene, auf Erdfarben und Rottöne reduzierte, geometrische Formen, die zwischen rechteckigen Körpern und Gefäßen, zwischen Buchstaben und Schriftzeichen changieren. Die Dynamik und scheinbare Flexibilität der Figurationen und die Geschlossenheit der Komposition stehen in einem die Ausdruckskraft steigernden Gegensatz. Alle Elemente des Blattes sind im Gleichgewicht gehalten: das Bewegte, das Statische, das Introvertierte, das Extrovertierte, Spannung und Ruhe, Isolation und Geborgenheit. Trotz seiner zurückgenommenen Farbigkeit besitzt das Bild eine enorme Leuchtkraft und verströmt eine sinnliche Aura.

Signature: signiert und datiert o. r..: 19. III. 56 Jules Bissier

Literatur: Kat. Julius Bissier. Galerie Schlichtenmaier / Hagnauer Museum, Grafenau/ Stuttgart 2015, Abb. S. 23

About Julius Bissier

One of the earliest modern painters inspired by the art and philosophy of the Far East, Julius Bissier is best known for his abstract ink paintings. Working primarily through a technique of “wash drawing” in black India ink, he used deceptively simple gestures that were simultaneously controlled and spontaneous, in the manner of Chinese monochrome painting. Bissier was strongly influenced by Taoism, and through Constantin Brancusi gained an understanding of art as an act of meditation. He painted biomorphic forms, detritus, symbols, and abstract explorations of color. Bissier developed a technique of egg-and-oil tempera for the later works on small canvas he called “miniatures”—symbolically rich compositions of multiple, densely colored washes.

German, 1893-1965, Freiburg, Germany