Markus Prachensky, ‘rouge sur gris’, 1961, Galerie Schlichtenmaier

Gemeinsam mit Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnulf Rainer engagierte sich Markus Prachensky ab 1956 in der Gruppe »St. Stephan« mit eigener Galerie in Wien. War er hier noch von der geometrischen Abstraktion beeinflusst, machte sich der Maler nach einem Paris-Aufenthalt unter dem Eindruck des Tachismus und der lyrischen Abstraktion Georges Matthieus auf den Weg zu seinem eigenen Stil, an dessen erstem Höhepunkt eine öffentliche Malaktion im Theater am Fleischmarkt 1959 stand. Mit dieser »Peinture liquide« suchte Prachensky die unbedingte Freisetzung der Farbe - das heraklitsche Diktum, dass alles im Fluss sei, drängte sich auf. Die Nähe zum amerikanischen Action Painting ist unverkennbar, doch beschränkte sich die Palette des Österreichers zunehmend auf das Rot, das er - frei von rationaler Kontrolle - über die Leinwand goss. »Rot ist die Farbe meines Lebens«, bekennt er später. Dass der Farberguss vor allem durch das symbolverhaftete Rot Emotionen weckt, ist nicht zu vermeiden, genauso wenig wie inhaltliche Assoziationen - das vorliegende Bild gleicht einem chinesischen Schriftzeichen, wenn es nicht sogar die Form eines flüchtig gezeichneten Drachen annimmt.

Signature: signiert u. r.: PRACHENSKY; verso auf Leinwand signiert und datiert: PRACHENSKY 1961

About Markus Prachensky

Austrian, 1932-2011, Innsbruck, Austria, based in Vienna, Austria